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E-Commerce in Italien: Der ultimative Leitfaden

Italien wurde aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit, der hohen Staatsverschuldung und der Korruption von den Finanzmärkten stark ins Visier genommen. Trotz all dieser Herausforderungen boomt der E-Commerce-Markt in Italien und könnte in den kommenden Jahren sogar noch die europäischen Marktführer übertreffen.

Die Italiener zeigen ein großes Interesse daran, von ausländischen Online-Verkäufern zu kaufen. Dies ist vor allem auf die relativ begrenzte Verfügbarkeit einiger Produkte auf dem lokalen Markt und die relativ geringe Wettbewerbsfähigkeit der inländischen E-Commerce-Händler zurückzuführen. Diese Situation bietet gute Chancen für internationale Verkäufer.

Die mediterrane Sonne, Spaghetti, Wein und Romantik. Willkommen in Italien.

Hier ist unser Leitfaden zum italienischen Marktplatz: alles über Zahlen, Fakten und Prognosen.

Der italienische Marktplatz: Allgemeine Merkmale

Mit einem Umsatz von knapp 17 Milliarden Euro (2015) ist Italien der zweitgrößte E-Commerce-Markt in Südeuropa. Forbes führt auf Rang 42 Italien als das beste Land für Unternehmen auf. Hinsichtlich dem „reibungslosen Geschäftsablauf”(Ease of Doing Business) landet Italien auf Rang 28.

Selbst angesichts der Finanzkrise, welche die südeuropäischen Länder beeinflusste, verzeichnet der E-Commerce in Italien in den letzten Jahren ein stetiges Wachstum und der positive Trend dürfte sich fortsetzen.

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Selbst angesichts der Finanzkrise, welche die südeuropäischen Länder beeinflusste, verzeichnet der E-Commerce in Italien in den letzten Jahren ein stetiges Wachstum und der positive Trend dürfte sich fortsetzen.

Derzeit ist die Internetnutzung in Italien, im Vergleich zu den führenden Ländern in Europa, die geringste. Die italienische Regierung hat jedoch beschlossen, in die Modernisierung der digitalen Strukturen des Landes zu investieren. Diese Verbesserungen werden die Internetdurchdringung erleichtern und somit positive Auswirkungen auf den E-Commerce-Sektor haben. So dürfte der Anteil der Online-Shopper in den kommenden Jahren zunehmen.

Gibt es einen guten Rat für Online-Verkäufer, die in Italien handeln wollen?

Bist Du in Rom, tu das, was die Römer tun. Oder eher: Wenn Sie nach Italien verkaufen wollen, sollte alles auf Italienisch angeboten werden.

Über 90% der Bevölkerung spricht Italienisch (die Sprache wird auch in anderen Ländern wie der Schweiz und Malta gesprochen). Sprechen Sie also Italienisch, nicht Englisch, und bieten Sie lokalen Online-Shoppern eine lokalisierte Kauferfahrung.

Italienischer E-Commerce in Zahlen

  • Bevölkerung: 59,80 Millionen
  • Aktive Internetnutzer: 37,67 Millionen
  • Aktive Nutzer der sozialen Netzwerke: 28 Millionen
  • Anzahl der aktiven mobilen Nutzer von sozialen Netzwerken: 24 Millionen
  • Bevölkerung, die online einkauft: 58%
  • Bevölkerung, die online aus dem Ausland einkauft: 45%.

Verhalten der Online-Shopper

Aufgrund der insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Lage und des „Antikrisen“-Reflexes sind Italiener an Onlinekäufen und attraktiven Preisen interessiert. Für weniger reife Märkte werden Dienstleistungen gegenüber Waren, die über das Internet angeboten werden, bevorzugt. Dieser Trend beginnt jedoch bald zu kippen.

Der italienische Durchschnittsverbraucher ist recht kultiviert und legt viel Wert auf einen hervorragenden Kundendienst.

Italienische Online-Shopper sind zudem relativ geduldig. Im Allgemeinen sind sie bereit, 3–5 Tage auf ihre Bestellungen zu warten, erwarten jedoch einen kostenlosen Versand oder niedrige Versandkosten.

Einer Studie von ContentSquare zufolge sind italienische Internetnutzer relativ unentschlossen. Bevor sie eine Bestellung aufgeben, besuchen sie eine Webseite mindestens fünfmal.

Außerdem erstellen sie sehr gerne Wunschlisten und verwenden häufig die Funktion „zum Warenkorb hinzufügen“, um die Artikel zu einem späteren Zeitpunkt nochmals einsehen zu können. Daher ist es empfehlenswert, dass Ihre Webseite eine Wunschliste aufweist.

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Downloaden Sie unseren Guide über den italienischen Marktplatz. Informieren Sie sich über unsere Fakten, Zahlen und Prognosen.

Gemäß der Ecommerce Foundation beträgt der durchschnittliche Bestellwert in Italien 75€ und ein italienischer E-Shopper gibt pro Jahr 938€ aus. Der durchschnittliche Warenkorbwert ist relativ niedrig und besteht im Schnitt aus weniger als 4 Artikeln.

In Bezug auf die Retourenquote für E-Commerce-Verkäufe in Italien sind es 5% für allgemeine Güter, 15% für Elektronik und über 40% für Mode. Es ist wichtig, einfache und unkomplizierte Retourenlösungen anzubieten.

Beliebte Produktkategorien

Zu den am meisten von italienischen Online-Shoppern gekauften Produkten gehören Unterhaltungselektronik, Kleidung / Schuhe und Bücher.

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Logistik, Lieferung und Versand

Zu den beliebtesten Liefermöglichkeiten in Italien zählt laut DPD die Lieferung nach Hause / ins Büro, gefolgt von der Lieferung an eine alternative Adresse.

Zu den wichtigsten Paketdienstleistern gehören die Poste Italiane Gruppe, GLS Italien, DHL, UPS, TNT Express und FedEx. Die B2C-Lieferung wird von Poste Italiane und BRT (ehemals Bartolini) dominiert.

Die wichtigsten Unternehmen beim Komplettladungs- (LTL) oder Teilladungsverkehr (TL) sind K&N, XPO, DHL, DB Schenker, LKW Walter, Dachser und Emmons.

Norditalien bietet ein starkes Wachstumspotenzial für den Vertrieb, insbesondere angesichts des Anstiegs des Güterverkehrs durch seine Nord-adriatischen Häfen. Mailand spielt eine wichtige Rolle in der Region und ist als einer der Top-20 führenden europäischen Vertriebsmärkte gelistet. Auch in Bezug auf Infrastruktur, Erreichbarkeit und Marktzugang ist es hoch eingestuft.

Der Norden Italiens ist die Hauptregion, in der die inneritalienische Erfüllung stattfindet.

Die Lieferung in den Süden hingegen ist in der Regel schwieriger, insbesondere auf den Mittelmeerinseln Sizilien und Sardinien. Im Allgemeinen ist die geografische Lage Italiens (das Land ist relativ lang und schmal) für die lokale Logistik eine ziemliche Herausforderung.

Die allgemeine Erfahrung italienischer Konsumenten mit inländischen Postdiensten ist nicht besonders positiv. Dies ergibt sich aus der relativ langsamen und zuweilen unzuverlässigen Dienstleistungen. Die Kundenerwartungen und Anforderungen an die Lieferung steigen jedoch.

Dies führt zu einer großen Auswahl an Versandoptionen, die nun für Online-Shopper zur Verfügung stehen. Dazu gehören zum Beispiel Schließfächer wie auch Sammel- / Rückgabestellen.

Berücksichtigen Sie, dass italienische Käufer nicht gerne mit unerwarteten Kosten konfrontiert werden. Sie erwarten Transparenz und möchten die Versandgebühren früh genug beim Online-Einkauf sehen. Auch die Möglichkeit mehrerer Lieferoptionen schätzen sie sehr.

Um die Anforderungen der italienischen Online-Shopper in Bezug auf den Versand zu erfüllen, sollten Sie wettbewerbsfähige Versandkosten / kostenlose Lieferung anbieten und einfache Retourenlösungen gewährleisten. Es erfreut italienische Verbraucher auch, wenn sie die Option haben, den Lieferort zu wählen und bereits zum Zeitpunkt des Kaufs den Liefertermin und die Zeit kennen.

Empfehlung unseres Sachverständigen für den Versand

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Das lokale Postnetz „Poste Italiane“ liegt weit hinter seinesgleichen zurück und mit einigen Verzögerungen kann gerechnet werden. Daher empfiehlt Adrien, Paketdienste wie Bartolini oder DHL zu verwenden, um das Risiko einer schlechten Versanderfahrung zu minimieren.
Adrien Salvat, Experte für den internationalen Versand

Darüber hinaus, wie bereits angedeutet, sind Liefernetzwerk und Infrastruktur nicht gleichwertig in ganz Italien. Zwischen dem Norden, dem Süden und den Inseln gibt es Unterschiede in den Lieferzeiten und der Versanderfahrung.

Wenn das Warenkorbsystem die Erstellung von Lieferzonen, wie z. B. das Festland Italien vs. Sizilien, nicht zulässt, empfiehlt Adrien, die an der Kasse zugesagte Lieferzeit um 1–2 Tage zu verlängern.

Auf diese Weise können Verkäufer die richtigen Liefererwartungen festlegen /erfüllen. Sie können auch frustrierende Erfahrungen minimieren, die durch mögliche Verzögerungen verursacht werden, die typisch für bestimmte Orte in Italien sind.

Bevorzugte Zahlungsmöglichkeiten der italienischen Online-Shopper

Die beliebteste Zahlungsmethode bei italienischen Kunden ist Paypal. Darauf folgt die Zahlung über Kredit- bzw. Debitkarten und auch per Nachnahme kann man in Italien noch bezahlen. Mastercard, Visa und CartaSi sind die für Onlineshopping meist benutzen Kreditkarten.

Italienische Käufer möchten die Möglichkeit der direkten Bank- oder Postüberweisung (bonifico bancario) haben. Ist dies nicht der Fall, besteht das Risiko, dass es zu vielen Warenkorbabbrüchen kommt.

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern scheint Italien auf Bargeld recht angewiesen zu sein. Sicherheit ist ein wichtiger Punkt für viele Italiener, wenn sie Online Zahlungen tätigen, was für Online-Verkäufer etwas herausfordernd sein kann.

Mobiler Handel in Italien

Der Anteil mobiler E-Commerce-Verkäufe im Einzelhandel in Italien beträgt 30%. Im Vergleich zu den Marktführern Großbritannien (52%) oder den Niederlanden (39%), ist dies relativ gering.

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Grenzüberschreitender Einkauf

Aufgrund der relativ begrenzten Verfügbarkeit italienischer Produkte, kaufen E-Commerce-Konsumenten in Italien gerne Produkte im Ausland ein. Es besteht eine große Nachfrage nach Produkten, die auf dem heimischen Markt nicht wirklich angeboten werden, wie zum Beispiel Kleidung ausländischer Marken oder Fahrzeugteile für aus dem Ausland importierte Autos. Die beliebtesten Online-Shopping-Destinationen der Italiener sind Großbritannien, die USA und China.

Der grenzüberschreitende E-Commerce gewinnt in Italien immer mehr an Bedeutung.

Über ein Viertel der französischen Online-Händler verkaufen in Italien und ein Drittel der italienischen Verbraucher haben bereits einen Einkauf von einer ausländischen Webseite getätigt. Online-Shopper sind bestrebt, Produkte in Übersee zu kaufen, aber auch viele Online-Shops können eine internationale Verkaufsstrategie aufweisen.

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Der grenzüberschreitende E-Commerce gewinnt in Italien immer mehr an Bedeutung.

Vorteile des Online-Verkaufs Ihrer Produkte in Italien

Erstens gehört Italien zu den führenden E-Commerce-Märkten in Südeuropa und einige Quellen nennen Italien als einen der am schnellsten wachsenden Märkte in Westeuropa.

Zweitens können Sie in Italien weniger Wettbewerb erwarten als auf den spitzen E-Commerce-Marktplätzen wie Deutschland oder Großbritannien. Es wird geschätzt, dass 20% der Online-Shops 70% des italienischen E-Commerce-Umsatzes generieren. In den Top E-Commerce-Ländern ist es normalerweise schwierig, sich von der Konkurrenz abzuheben, aber in weniger entwickelten Märkten sind die Käufer begierig, mehr Produktangebote und mehr Auswahl zu erhalten.

Drittens steigt Italien immer mehr auf digitale Technologie um und Smartphone-Shopping ist auf dem Vormarsch. Diese Umstellung wirkt sich positiv auf das E-Commerce-Verkaufsvolumen aus.

Viertens ist Italien voll von Schnäppchen-gesteuerten Online-Shoppern. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage mangelte es jedoch an Dynamik in Bezug auf lokale Angebote und die Verfügbarkeit einiger Produkte ist auf dem Inlandsmarkt begrenzt.

Italiener haben am Onlineshopping ein reges Interesse, aber die heimischen Marken haben meist Schwierigkeiten, mit der Nachfrage Schritt zu halten. Hier können Online-Verkäufer aus dem Ausland italienischen Konsumenten zur Hilfe kommen und auch für sich selbst gute Geschäfte machen.

Herausforderungen für den italienischen E-Commerce

Erstens hat die wirtschaftliche Instabilität Italien einige schwere Zeiten und eine schlechte PR beschert. Der E-Commerce ist ebenfalls zurückgeblieben, hauptsächlich aufgrund des hohen Kreditkartenbetrugs, des mangelnden Vertrauens in das Postsystem und der weniger günstigen Retourenpolitik der italienischen Verkäufer.

Zweitens macht der deutliche Kontrast zwischen den wohlhabenden nördlichen und den weniger entwickelten Regionen Italiens eine entsprechende Anpassung der Verkaufsstrategien erforderlich.

Drittens sind die Italiener offen für grenzüberschreitende Einkäufe, aber sie zögern immer noch, zusätzliche Kosten wie Liefergebühren zu bezahlen. Da dies eine ernsthafte Barriere für den Kauf sein kann, sollten Sie versuchen, diese Kosten so weit wie möglich zu reduzieren. Mithilfe von Paketweiterleitungsdiensten können Sie wettbewerbsfähige Versandkosten anbieten.

Viertens, da Italienisch von mehr als 90% der lokalen Bevölkerung gesprochen wird, können einige Verkäufer die Sprachbarriere als ein Hindernis betrachten. Zum Glück gibt es eine gute Lösung für internationale Online-Verkäufer:

Eine lokalisierte Kauferfahrung anbieten.

Es ist sehr wichtig, dem italienischen Konsumenten eine lokalisierte Kauferfahrung zu ermöglichen. Dies umfasst Angebote in ihrer eigenen Sprache und ihren Zahlungsmethoden anzubieten. Aber auch Preisangaben in lokaler Währung und viele andere Aspekte der E-Commerce-Lokalisierung sind von Bedeutung.

Es gibt erschwingliche E-Commerce-Lösungen, die genau das tun, was den Händlern viel Zeit und Ärger erspart.

Kurz zusammengefasst

Die internationale Entwicklung ist einer der Trends, die den E-Commerce in Italien vorantreiben. Trotz einiger Probleme im Zusammenhang mit dem Wirtschaftswachstum, floriert der E-Commerce-Markt in Italien und es gibt Lücken, die von internationalen Online-Verkäufern genutzt werden können.

Es besteht eine große Nachfrage nach Produkten, die online gekauft werden, insbesondere solche, die von lokalen Verkäufern kaum oder überhaupt nicht angeboten werden. Dazu zählen zum Beispiel Kleidung ausländischer Marken oder Fahrzeugteile für aus dem Ausland importierte Autos.

Laut Marco Tana, Spezialist für den italienischen und internationalen E-Commerce,

Sind in Italien nicht genügend lokale Online-Verkäufer markt- und käuferorientiert. Zu viele von ihnen verkaufen, was sie verkaufen möchten und nicht, was die Käufer kaufen wollen.

Das sind gute Nachrichten für wachstumsorientierte internationale Online-Händler: Sie können helfen, diese Nachfrage in Italien zu befriedigen. Es ist auch eine gute Zeit, um Ihren Online-Shop für den italienischen Markt zu übersetzen und zu lokalisieren.

Also, recherchieren Sie ein wenig. Sobald Sie die Möglichkeiten für Ihren Online-Shop auf dem italienischen Markt erkannt haben, erreichen Sie die lokalen Käufer. Bieten Sie ihnen eine lokalisierte Kauferfahrung an!

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